Panzanella

Wenn man innerhalb von drei Tagen das gleiche Gericht zwei Mal isst, dann zeugt das entweder von Fantasielosigkeit oder es könnte das erste Anzeichen einer großen Liebe sein. Ich erinnere mich an Zeiten, da habe ich jeden zweiten Tag Penne rigate mit Tomaten, Oliven, Schafskäse und Basilikum gegessen und es hat Wochen gedauert, bis ich mir eingestanden habe, dass es so gut wie bei den Eltis – mit lecker Zutaten aus dem legendären Bensheimer Obstgarten – nie schmecken wird (Erkenntnis erst neulich aktualisiert).
Jetzt wo ich darüber nachdenke, sind es meistens die eher einfachen Gerichte, die ich dann eine Zeitlang nur noch esse: Ofenkartoffeln mit Kräuterquark, Hokkaido mit Parmesan überbacken, Walnusspaste, Hoummus, Fetacreme… obwohl: mein Tartewahn erforderte schon mehr Zeit und Energie. Und jetzt: Panzanella.
Schon öfter habe ich über dieses Rezept hinweggelesen, weil ich dachte: Brotsalat? Macht mich irgendwie nicht an. Erst als wir am Wochenende schon wieder so viel Brötchen übrig hatten und ich im Internet nach Alternativen zu Arme Ritter, French Toast etc. suchte, fielen mir die vielen euphorischen Kommentare unter Panzanella-Rezepten auf und da dacht ich mir: Jetzt probierst Du’s mal. Und es hat sich sooooo sehr gelohnt. Nach den eher herbstlichen Gerichten am Wochenende hat diese herrlich sommerliche Mahlzeit außerdem doch tatsächlich wieder die Sonne hervorgelockt (klare Kausalität). Da eine der wichtigsten Zutaten die Tomaten sind (manche bereiten den Salat wohl nur mit Brot und Tomaten zu), erscheint es auch wenig attraktiv, diese Mahlzeit im Winter zuzubereiten, wenn die Tomaten nach nichts schmecken. Was die Vorbehandlung des Brotes anbelangt, scheint es verschiedene Schulen zu geben. Mir sagte das Anrösten in der Pfanne mehr zu als das Brot sozusagen unbehandelt mit den Tomaten zu vermengen. Also habe ich zunächst die Brötchenreste (helles Weizengebäck, ca. 170g), nicht zu klein gewürfelt in einer Pfanne in reichlich Olivenöl und Knoblauch angeröstet. Das habe ich dann mit so 5-6 eher kleineren Tomaten (ebenfalls in Würfeln) vermengt und in einer Schüssel gute zwei Stunden ziehen lassen. Auch hier habe ich die unterschiedlichsten Angaben gefunden, manchen Leuten scheinen 15 Minuten zu genügen, viele schreiben „je länger, desto besser“. So wie ich es gemacht habe, hatte das Brot teilweise noch eine knusprige Konsistenz, an anderen Stellen war es durch den Tomatensaft schon durchgeweicht, aber nicht matschig. Wenn das „je länger, desto besser“ stimmt, wäre die Panzanella ja auch eine ideale Mitnehmmahlzeit (Obwohl, so viel Knoblauch kommt an den meisten Orten, an die man das Essen mitnehmen würde (Büro, Bibo), vielleicht nicht so gut an. Verführerische Alternative: Picknick) Ach so, ich habe übrigens die ganze Flüssigkeit der Tomaten und ihre Samen verwendet. Auch hier scheinen die Ansichten auseinanderzugehen. Ich habe immerhin meine Englischkenntnisse erweitert um „No need to seed“ und diesen Hinweis auch gleich umgesetzt. Äh, wo war ich? Ah ja, die restlichen Zutaten, die ich dann später noch hinzugefügt habe: ein Stück Gurke, ein wenig Romanasalat, eine halbe Kugel Mozzarella und, ich glaube das war der Clou (und den habe ich aus dem Rezept aus dem neuen Grillkochbuch von Schwiegermutti), eine gegrillte (und dann gehäutete und in kleinere Stückchen geschnittene) rote Paprika. Für die Würze noch eine Frühlingszwiebel und ein wenig Basilikum (und ein ganz Minibisschen Rosmarin, Salbei und Minze) und am Schluss noch mal ein bisschen Olivenöl. Und natürlich Salz und Pfeffer. Uff, ich hoffe, ich habe nichts vergessen. Ihr müsst es unbedingt auch ausprobieren. Oder auf einen Balkonbesuch bei mir vorbeischauen. Ich jedenfalls habe gestern vorsichtshalber mal das übrige Fladenbrot offen rumliegen lassen.

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